eGovernment MONITOR 2026
Seit 2010 vergleicht der eGovernment MONITOR jährlich die Nutzung und Bereitstellung von E-Government-Leistungen in den drei Ländern Deutschland, Österreich und der Schweiz. Für den eGovernment Monitor 2026 wurde die Bevölkerung zur Nutzung von Online-Services in der Schweiz, Österreich und Deutschland befragt. Der Erhebungszeitraum liegt im April/Mai 2026. Die Studie wurde am 29. September 2026 von der Initiative D21 und der Technischen Universität München herausgegeben.
Auf dieser Seite sind zentrale Ergebnisse des eGovernment MONITOR 2026 für die Schweiz zusammengefasst.
Vertrauen in den Staat
Die Schweiz weist weiterhin ein hohes Vertrauen in staatliche Institutionen auf: 59 % – deutlich mehr als in Deutschland 32 % und Österreich 41 %.
Erwartungen an die digitale Verwaltung
In der Schweiz gaben 45 % der Befragten an, dass ihre Erwartungen an eine moderne und digitale Verwaltung erfüllt werden – deutlich mehr als in Deutschland 15 % und Österreich 32 %.
Verbesserung des digitalen Angebots
Positiv werden in der Schweiz auch die Verbesserungen mit dem digitalen Angebot bewertet: In der Schweiz und in Österreich nimmt ein Viertel der Bevölkerung eine deutliche Verbesserung wahr. In Deutschland ist es nur jeder Zehnte.
KI-Nutzung steigt stark – auch in der Schweiz
Die wöchentliche Nutzung von KI-basierten Lösungen in Beruf und Alltag steigt in der Schweiz deutlich: 38 % (2026) gegenüber 19 % (2024). Damit liegt die Schweiz auf ähnlichem Niveau wie Deutschland und Österreich.
Once-Only-Prinzip wird begrüsst
Die Schweizerinnen und Schweizer sind gegenüber dem Once-Only-Prinzip mehrheitlich positiv eingestellt: 40 %. In Deutschland sind es 41 % und in Österreich 45 %.
56 % der Schweizer Bevölkerung begrüssen das Once-Only-Prinzip, nur 16 % lehnen es ab.
Beim Trade-off zeigt sich die Schweiz datensensibler als die Nachbarländer: 50 % möchten bei jeder Nutzung ihrer Daten gefragt werden, 37 % bevorzugen möglichst wenig Aufwand. In Deutschland und Österreich ist die Gewichtung genau umgekehrt.
Digitale Nutzung im Alltag
Die Verwaltung gehört in der Schweiz weiterhin zu den am wenigsten digital genutzten Lebensbereichen. Besonders zwei Bereiche liegen am Schluss:
- Gesundheit: 38 % digitale Nutzung
- Verwaltung: 42 % digitale Nutzung
Trotz Fortschritten bleibt die Verwaltung damit hinter anderen Alltagsbereichen wie Finanzen (64 %), Mobilität (56 %) oder Kommunikation (56 %) zurück.
Unterstützungsleistungen
Schweizerinnen und Schweizer nutzen Unterstützungsangebote im Kontakt mit der Verwaltung besonders häufig – vor allem telefonische Unterstützung.
- 65 % telefonischer Behördenkontakt
- 47 % Hilfe durch Familie und Bekannte
- 42 % Unterstützung vor Ort
Dies zeigt: Digitale Angebote werden genutzt, aber menschliche Unterstützung bleibt zentral.
Abwicklung von Verwaltungsanliegen
In der Schweiz werden Verwaltungsanliegen überwiegend digital erledigt. Die Nutzung digitaler Kanäle ist deutlich höher als in Deutschland.
Schweiz (ähnlich wie Österreich):
- 53 % komplett online
- 28 % komplett analog
- 19 % teils digital, teils analog
Deutschland:
- 50 % komplett analog
- 26 % komplett online
Damit gehört die Schweiz zu den digital führenden Ländern im DACH-Raum, während Deutschland weiterhin stark analog geprägt ist.
Fazit
Die Schweiz zeigt im eGovernment MONITOR 2026 ein klares, positives Gesamtbild. Die Erwartungen an eine moderne digitale Verwaltung werden deutlich häufiger erfüllt als in Deutschland und Österreich, und das Vertrauen in den Staat ist im DACH-Vergleich am höchsten. Die Bevölkerung nutzt digitale Angebote zunehmend aktiv – insbesondere die KI‑Nutzung hat seit 2024 stark zugenommen.
Beim Konzept Once‑Only zeigt sich die Schweiz offen, bleibt aber datensensibel: Viele möchten weiterhin selbst bestimmen, wann ihre Daten genutzt werden. Gleichzeitig wird das digitale Angebot spürbar besser wahrgenommen, auch wenn der Bedarf an persönlicher Unterstützung – etwa über den telefonischen Behördenkontakt – hoch bleibt.
In der Abwicklung von Verwaltungsanliegen ist die Schweiz deutlich digitaler als Deutschland: Über die Hälfte der Bevölkerung erledigt ihre Anliegen vollständig online.
Insgesamt präsentiert sich die Schweiz als digital-affines Land, das Fortschritte erkennt und digitale Verwaltung aktiv nutzt – jedoch mit klaren Erwartungen an Datenschutz, Transparenz und verlässliche Unterstützung.